Wahl der richtigen Bootslenkung

Die Auswahl der optimalen mechanischen Steuerung richtet sich nach Motorstärke, Rumpfform sowie Bootsgeschwindigkeit. Die Kraft, die auf eine Steuerung einwirkt, steigt mit der Bootsgeschwindigkeit und der Motorleistung und kann eine schwergängige Lenkung verursachen.

Bei großen Verdrängerbooten mit Einbaumaschinen oder Stern Drive Antrieben kann man generell hohe Lenkungs- bzw. Ruderkräfte voraussetzen. In diesem Fall sind mechanische Kabellenkungen nicht zu empfehlen, man sollte in solch einem Fall auf hydraulische Lenkungen ausweichen.

Steuerkabel, Schaltkabel, Gaskabel sollten immer ohne enge Bögen oder gar Knicke verlegt werden. Eine solche Verlegung führt zu einer schwergänigen Lenkung und über kurz oder lang zu einem Schaden am Kabel oder Steuerkopf.

Steuerkabel, Gas- und Schaltkabel müssen regelmäßig überprüft werden. Bei Beschädigungen sollte ein Kabel möglichst kurzfristig ausgewechselt werden.

Mechanischen Lenkung mit Planetengetriebe
Die Vorteile bei einer Einkabelausführung, als auch bei der Zweikabelausführung sind, dass die auftretenden Kräfte auf drei Punkte verteilt werden und somit die Last nicht nur auf einem Punkt des großen Getrieberades, das auch das oder die Kabel aufnimmt, lastet. Das hat zur Folge, daß sich die Lebensdauer eines solchen Lenkgetriebes erhöht.

Mechanische Lenkungen mit Rücklaufbremse
Jeder der schon einmal ein Motorboot mit mechanischer Steuerung gefahren hat, kennt das Problem: wird das Steuer aus irgend einem Grund losgelassen, dreht das Boot in Drehrichtung des Propellers aus dem Kurs, was durchaus zu gefährlichen Situationen führen kann, außerdem muss der Kurs ständig korrigiert werden.
Mit einer integrierten Rücklaufbremse ist dieses Problem gelöst, sie arretiert das Lenkgetriebe, und gibt das Getriebe nur frei, wenn der Kraftfluss von der Lenkradseite erfolgt, für die Gegenseite ist der Kraftfluss gesperrt. Einfach ausgedrückt: wird am Lenkrad gedreht, wird die Sperre freigegeben und der Aussenborder oder Sterndrive bzw. Ruder werden bewegt. Erfolgt die Kraftzufuhr von der Motorseite bzw. Ruderseite aus, sperrt das Getriebe. Vorteil: wird das Lenkrad losgelassen, läuft das Boot nicht aus dem Kurs, ist das Boot in Fahrt, braucht der Kurs nicht ständig korrigiert zu werden.

Alle Teile der Ultraflex Hydraulik Steuerungen sind speziell für den Marineeinsatz konstruiert und gefertigt, auch die Materialien sind für diesen Einsatz ausgelegt um einen langen sicheren Betrieb unter diesen Bedingungen zu gewährleisten.

Hydraulische Lenkungen
Bei einer Umdrehung am Steuerrad wird Hydraulik-Öl vom Steuerkopf (der im Grunde genommen eine Hydraulik Pumpe ist) durch die Hydraulikleitung (Kupferrohr oder Nylon Rohr) zum Steuerzylinder gepumpt und bewirkt so ein herausfahren oder einziehen des Stempels. Die Hydraulikzylinder sind doppelwirkend ausgelegt man muss sich das so vorstellen, daß es in dem Hydraulikzylinder zwei Kammern gibt. Wird in die eine Öl gepumpt fließt gleichzeitig aus der anderen Öl zurück in den Steuerkopf. In dem Steuerkopf sind außerdem Ventile eingebaut die bewirken, daß Kräfte die auf den Hydraulikstempel von außen einwirken (Wellen, Motorkräfte u.s.w.), nicht auf den Steuerkopf übertragen werden können. Außerdem bewirken diese Ventile eine Trennung bei mehreren Steuerständen.

Hinweise zu Auswahl einer Hydrauliksteuerung
Die Kräfte die aufgewandt werden müssen um eine Hydraulik Lenkung zu betätigen, werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Bootsgeschwindigkeit
  • Ruderdimension, Motorleistung
  • Propellergröße
  • Bootstyp (Verdränger, Halbgleiter, Gleiter)
  • Strömungs und Wetterbedingungen

Entscheidend ist auch welcher Steuerkopf, mit welchem Hydraulikzylinder kombiniert wird.
Nimmt man zum Beispiel einen Steuerkopf mit einem kleinem Kammervolumen (das heißt die Menge Öl die bei einer Umdrehung gepumpt wird) und kombiniert diesen mit einen Hydraulikzylinder der ein großes Kammervolumen hat, werden die Kräfte die aufgewendet werden müssen klein sein. Allerdings muss man dann, um ein volles Ausfahren des Stempels zu erreichen, auch viele Umdrehungen machen. Wählt man das Verhältnis umgekehrt, braucht man zum Beispiel nur 2 Umdrehungen um ein maximales Ausfahren des Stempels zu erreichen, allerdings ist dann auch ein höherer Kraftaufwand erforderlich.

Die Entscheidung welche Lenkung eingebaut wird, sollte immer in Absprache mit dem Bootsbauer und/oder dem Motorenhersteller beziehungsweise dem Fachbetrieb der den Einbau ausführt, getroffen werden!

Generell sollten die Lenkungen nicht bei Booten die schneller als 60 mph sind oder deren Motorisierung die vom Hersteller des Bootes angegebene höchste Motorisierung überschreitet verwendet werden.

Anwendungstabelle

Anwendungen Motorleistung / Bootslänge Passende Lenkung

Hydrauliklenkung sind generell für alle
Bootstypen geeignet, jedoch nur bis zu einer Geschwindigkeit bis 50 mph / 80 km/h.

Ultraflex GOTECH / HYCO1 / HYCO

Teleflex BayStar / SeaStar / SeaStar Pro / SeaStar Tilt


Aussenborder

bis 40 kW / 55 PS Ultraflex T67 / ROTECH IV
Teleflex Compact-T Light-Duty / P55 (für Schlauchboote)
bis 173 kW / 235 PS
bis 30’ (9 m)
Ultraflex T85 / ROTECH I / T71FC / T81FC / T73NRFC / T83NRFC / T86 / T88NR / T96 / T98NR / T91 / T93ZT / T101 / T103ZT
Teleflex Safe-T Quick Connect / Safe T-Quick Connect Tilt / NFB 4.2 Rotary / Safe-T II / Rack / Xtreme / Xtreme NFB


Innenborder

bis 173 kW / 235 PS
bis 35’ (10.5 m)
Ultraflex ROTECH I / T71FC / T81FC / T73NRFC / T83NRFC / T86 / T88NR / T96 / T98NR / T91 / T93ZT / T101 / T103ZT
Teleflex Safe-T Quick Connect / Safe T-Quick Connect Tilt / Xtreme / Xtreme NFB


Z-Antrieb

bis 173 kW / 235 PS
bis 35’ (10.5 m)
Ultraflex T85 / ROTECH I / T71FC / T81FC / T86 / T96 / T91 / T101
Teleflex Safe-T Quick Connect / Safe T-Quick Connect Tilt / Xtreme / Xtreme NFB


Achtung: Z-Antriebe die nicht mit Steuerunterstützung ausgerüstet sind, lassen sich sehr schwer lenken. Dafür empfiehlt sich die Verwendung einer hydraulischen Lenkung.

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